Luftfilter: Kitas sollten für ihre Sicherheit nicht Spenden sammeln müssen

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Die Landesregierung hat ein Förderprogramm für die Anschaffung von mobilen Luftfiltergeräten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie aufgelegt. Dies gilt ausschließlich für Klassenräume und Lehrerzimmer in Schulgebäuden. Kitas gehen hingegen leer aus.

Das kritisiert der familienpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag, Dennis Maelzer, und fordert mehr Engagement vom Land:

„Rund 1.000 Kitas sind laut NRW-Familienministerium corona-bedingt ganz oder teilweise geschlossen. Um Sicherheit in unseren Kitas zu gewährleisten, braucht es ein breiteres Maßnahmenpaket als bisher von der Landesregierung vorgesehen. Luftfilter können dabei einen Beitrag leisten. Ich kann nicht nachvollziehen, warum allerdings den Kitas hierfür eine Förderung durch das Land verwehrt wird. Sicherheit für Kinder und Erzieherinnen in der Kita ist nicht weniger wichtig als die Sicherheit für Kinder und Lehrerinnen und Lehrer in der Schule.

Jetzt müssen Kitas – wie es etwa in einer Detmolder Kindertageseinrichtung der Fall ist – auf Spenden-Tour gehen, um Luftfilter anschaffen zu können. Ich kann und will mir aber nicht vorstellen, dass wir die Sicherheit in unseren rund 10.000 Kitas im Land davon abhängig machen wollen, wie solvent die jeweiligen Wohltätigkeits-Organisationen vor Ort sind.

Klar ist, dass Luftfilter nicht die alleinige Lösung für den Corona-Schutz darstellen können. Es ist aber symptomatisch für eine Regierung, die beim Corona-Schutz in Kitas vor landesweiten Lösungen zurückschreckt, den Einrichtungen auch die Förderung von Luftfiltern zu verwehren. Stattdessen schickt der zuständige Familienminister Joachim Stamp den Kitas ein ,Tutorial’ zum ‚richtigen Lüften’.

Geradezu zynisch ist der Hinweis des Ministers an die Kitas, sie könnten für Luftfilter Mittel aus dem Alltagshelferprogramm nutzen. Die Mittel sind in vielen Kitas längst verausgabt und die Ausgaben für Hygienematerialien auf 10 Prozent des Programms gedeckelt, was pro Kita etwa 1.050 Euro entspricht. Dabei ist frisches Geld längst vorhanden. Der Bund hat dem Land mehr als 108 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das Geld ist ausdrücklich auch für die Ausstattung von Kitas gedacht. Dort kommt es aber nicht an.“