Ibrahim Yetim: „Kasernierung von Geflüchteten: Experten kritisieren Pläne der Landesregierung“

Zum Antrag „Für eine menschenwürdige und integrative Unterbringung: Kommunen stärken – keine Kasernierung von Geflüchteten“ hat der Integrationsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags  eine Experten-Anhörung durchgeführt. Die große Mehrheit der Sachverständigen lehnt die Pläne der Landesregierung, die Aufenthaltsdauer von Geflüchteten in den Landeseinrichtungen auf zwei Jahre auszuweiten, ab.

Dazu sagt Ibrahim Yetim, integrationspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Minister Stamp darf die vielen Einwände auch aus den eigenen Reihen nicht unberücksichtigt lassen. Mit Blick auf die zu erwartenden Kosten für die nachholende Integration wäre die Umsetzung des Asyl-Stufenplans ein großer Fehler.“

Hintergrund:

Die Experten begründeten in der Anhörung die Kritik damit, dass die Kasernierung von Menschen von bis zu zwei Jahren keine echte Entlastung für die Kommunen darstelle. Vielmehr seien die Kosten der nachholenden Integration sehr hoch, wenn Menschen nach zwei Jahren in die Kommunen kommen. Christoph Gerwers (CDU),  Bürgermeister aus Rees, berichtete von seinen Erfahrungen mit zwei verschiedenen Einrichtungstypen und führte aus, dass die Isolation von großen, abgelegenen Einrichtungen für die Integration nicht hilfreich sei. Er betonte, dass der Kontakt zu einheimischen Bevölkerung frühzeitig notwendig ist.